Freundschaft zwischen Aalen und Vilankulo gefestigt

Eine Aalener Delegation reiste im Juni mit vielen Plänen im Gepäck nach Vilankulo


Seit Unterzeichnung der Städtefreundschaft zieht der Kreis der Freunde und Förderer Mosambiks immer größere Kreise. Im Juni reiste eine Delegation aus Aalen, bestehend aus dem Oberbürgermeister Thilo Rentschler und vielen weiteren Vertretern der Stadt, dem Ostalbkreis und lokalen Unternehmen nach Vilankulo, die neben der Eröffnung der neuen Schulen (siehe Seiten 5-19) noch einiges mehr im Gepäck hatte.

Ziel war es, bestehende Projekte zu begutachten, aber auch weitere mögliche Vorhaben zu besprechen und die Städtefreundschaft zu vertiefen. In beiden Städten sind mittlerweile sowohl die Stadtverwaltungen als auch Bildungseinrichtungen und private Akteure aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft in den Projekten aktiv, jeder Akteur mit seinen Kompetenzen und jeweiligen Schwerpunkten. Die Delegation wurde u. a. vom ehemaligen Staatspräsidenten Joaquim Chissano begrüßt.





Es wurde ein neues Kulturzentrum in Vilankulo eröffnet, für das der Aalener Gemeinderat 12.000 Euro bewilligt hatte und an dessen Renovierung sich auch die DMG beteiligt hat. Bei der Eröffnung in Anwesenheit des ehemaligen Staatspräsidenten Joaquim Chissano führte eine lokale Theater­gruppe ein kurzes Stück zum Thema „Hygiene am Marktstand“ auf. Ein Computerraum wurde von der DMG mit Beamern und Computern ausgestattet. Die Firma MAPAL hat ein Schulungskonzept entwickelt, sodass MAPAL-Mitarbeiter   von Deutschland aus über eine Skype-Verbindung die mosambikanischen Schüler in IT-Themen schulen können. Die Aalener Firma MUSIKA. Aalen hat für das Kulturzentrum Musikinstrumente im Wert von über 1.250 Euro gestiftet.

Außerdem reiste auch der Intendant des Theaters der Stadt Aalen, Tonio Kleinknecht, mit nach Vilankulo. Er möchte in Mosambik ein Kulturprogramm starten. Auch Vertreter der Unternehmen Mapal Dr. Kress KG und GOA (Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH) waren mit dabei. Mapal plant, gemeinsam mit der VAF Bopfingen und anderen Firmen ein Metallausbildungszentrum vor Ort zu errichten. Das Grundstück ist vorhanden, die Planung ist in vollem Gange. Die Kosten für die Erschließungsmaßnahmen (Wasser, Strom, Straßenzufahrt) werden von der Stadt Vilankulo übernommen. Zuvor war der Bürgermeister von Vilankulo, Williamo Tunzine, bereits in Aalen bei den Firmen Mapal und VAF zu Gast gewesen, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen und sich mit den Inhabern auszutauschen.

Die GOA (Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH) analysiert vor Ort die Möglichkeiten, bei den Themen Müll­entsorgung bzw. Recycling zu unterstützen. Bislang gibt es in Vilankulo nur eine offene Mülldeponie, die weder einen Grundwasserschutz hat, noch sortiert, noch recycelt. Eine neue Mülldeponie anzulegen sowie die Kommunalverwaltung zu befähigen, ein Abfallwirtschaftssystem aufzubauen, wäre der nächste Schritt. Hierfür sind womöglich auch Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit verfügbar. Für den Bürgermeister von Vilankulo Williamo Tunzine hat die Abfallwirtschaft aktuell oberste Priorität.

Die Delegation wohnte der Eröffnung der Ingrid-und-Claus-Albrecht-Vorschule und der Kurt-Raunjak-Schule sowie der Grundsteinlegung für das neue Ausbildungszentrum für Gastronomie in Vilankulo bei. Das Ausbildungszentrum wird von der Friedrich Hospitality Foundation gebaut, deren Geschäftsführer Michael Friedrich und Martin Pleiss persönlich vor Ort waren.