Fußball schafft Zusammenhalt
Der Bayerische Fußballverband hat in Albazine ein lebendiges Zentrum sozialen Lebens geschaffen

Seit vielen Jahren unterstützt der Bayerische Fußballverband diverse Fußballprojekte in Mosambik mit insgesamt über 140.000 Euro. Die Gelder fließen im Wesentlichen in das Fußballzentrum im Stadtteil Albazine in Maputo, in drei anliegende Schulen und in die Sportakademie in Namaacha.

Seit 2005 engagiert sich der Bayerische Fußball-Verband (BFV) in Mosambik. Unter anderem hat der BFV in Albazine Jugend­trainer ausgebildet, in Kooperation mit dem Projekt „Youth Development through Football (YDF)“ der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Workshops zu Themen wie Aids-Prävention oder Kinderrechte angeboten, Grundschulen mit Möbeln und Sportausrüstung ausgestattet, die Sportakademie in Namaacha mit Computern ausgerüstet und Fußballfeste auf dem vom Bayerischen Fußball-Verband in Albazine errichteten Sportplatz organisiert.

„Unser Ziel ist es, im Sinne unserer sozialen und gesellschaftspolitischen Aufgaben eines der ärmsten Länder der Welt mit finanziellen und materiellen Hilfeleistungen beim Aufbau von grundlegenden Strukturen zu unterstützen. Uns geht es dabei in erster Linie um die vielen Kinder und Jugendlichen, die in Mosambik in sehr armen Verhältnissen unter sehr schlechten Hygiene-, Ernährungs- und Wohnbedingungen leben, kaum Bildungschancen haben und barfuß Fußball spielen müssen. Für sie wollen wir mit Hilfe der bayerischen Fußballfamilie weitere Projekte in Mosambik initiieren“, sagte Dr. Rainer Koch. Dass bereits erste sportliche Erfolge der Kooperation sichtbar sind, zeigt die Nominierung zweier Jugendlicher für mosambikanische Jugend-Nationalmannschaften.


Im Juli 2017 kam eine 12-köpfige mosambikanische Delegation auf Einladung des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) nach Bayern. Mit dabei waren Verantwortliche des mosambikanischen Fußballclubs „Associaciao Desportiva De Albasine“, Vertreter ört­licher Grundschulen, Fußballtrainerinnen und -trainern sowie Hannes Bickel (GIZ Mosambik) und Friederike Kärcher (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Die mosambikanischen Gäste schauten sich an, wie professionell im bayerischen Amateurfußball seit Jahren gearbeitet wird. In der Sportschule Oberhaching gaben die Verbandstrainer des BFV den Besuchern aus Mosambik Tipps zur Organisation eines modernen Fußballtrainings. Es wurden diverse Fragen erörtert: Wie ist in einem der ärmsten Ländern der Erde der Aufbau einer Clubstruktur möglich? Wie können die Projekte mit den einzelnen Schulen und dem Schulsystem verzahnt werden? Wie ist der Aufbau von Talentförderung möglich? Wie können Fußballangebote für Mädchen aussehen?

Die Gäste aus Afrika waren begeistert: „Die Trainer arbeiten hier auf dem Platz hochprofessionell und sind voll fokussiert auf das Training. Das läuft alles sehr strukturiert ab. Das ist natürlich eine Frage der Kompetenz, aber auch des Selbstbewusstseins und der Stärke eines Trainers. Diese Erfahrungen nehme ich natürlich mit und lasse sie in meine Arbeit einfließen“, erklärte Pinto Pereira De Barros, Berater des GIZ-Projekts „Sport für Entwicklung in Afrika“.

DMG-Präsident und Honorargeneralkonsul Siegfried Lingel lud die Delegation zu einem kleinen Empfang ein, bei dem eine ausführliche Diskussion stattfand. Ausflüge ins Umland (u. a. Tegernsee), eine Führung durch die Allianz Arena und der Besuch des Regionalligaspiels zwischen dem FC Unter­föhring und dem FC Bayern München II (2:2) rundeten den Besuch in Bayern ab und ließen Raum für Gespräche und Diskussionen abseits der Seminarräume. Bei einem Abend­empfang auf Einladung des Bayerischen Fußball-Verbandes konnte sich Siegfried Lingel bei allen Beteiligten für ihr Engagement bedanken und die enorme Bedeutung des Fußballs in Mosambik unterstreichen.

Weitere Stimmen:

Sérgio José Mulhovo, Präsident des Fußballklubs Associaciao Desportiva De Albasine (ADA): „Mosambik ist ein Entwicklungsland, Deutschland eine Industrienation. Das wusste ich natürlich schon vorher, dennoch bin ich beeindruckt von der Infrastruktur und den Möglichkeiten hier. Dahin zu kommen ist vor allem eine Frage der Mentalität. Mit den Eindrücken und Erfahrungen dieses Besuchs müssen wir genau da bei unseren Mitarbeitern vor Ort anknüpfen.“

Coleta Simango, Schulleiterin der Grundschule Albasine (EPC): „Ich hoffe, dass wir die mit der Unterstützung des Bayerischen Fußball-Verbandes aufgebaute Bibliothek weiter ausbauen können. Es wäre eine große Hilfe für die Schüler, aber auch für die Lehrer. Natürlich wäre es toll, wenn wir es schaffen, dass unsere Lehrer einen eigenen Raum bekommen, indem sie sich vorbereiten können.“