Die Fakultät für Gesundheitswesen

Seit 15 Jahren unterstützt die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Katho­lischen Universität von Mosambik in Beira (kurz: UCM). Seitdem ist mit der UCM eine Bildungseinrichtung von – für mosambikanische Verhältnisse – beeindruckender Professionalität entstanden, die mit ihren Absolventen einen wichtigen Beitrag leistet, um die immer noch immense Unterversorgung der Bevölkerung in der Gesundheit zu bekämpfen.

Insgesamt waren im Jahr 2017 1.510 Studenten eingeschrieben, nochmals eine Steigerung von 210 zum Vorjahr. Damit erreicht die Universität eine Kapazitätsgrenze. Es fehlt an Lehrkräften und Räumlichkeiten. Im Jahr 2017 mussten erstmals Räume der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät genutzt werden. Die Studenten verteilen sich auf die Studiengänge Medizin, Gehobene Kranken­pflege, Krankenhausmanagement, Klinische Analyse, Klinische Psychologie, Pharmakologie, Gesundheitswesen sowie den internetbasierten Fernstudiengang Master in Management von HIV/AIDS und Gesundheit. 107 Studenten schlossen ihr Studium im letzten Jahr erfolgreich ab.

Im Jahr 2017 kam endlich Bewegung in das ungelöste Problem der Wasserversorgung. Durch das Engagement der DMG wurde mittlerweile eine Finanzierung in Höhe von 250.000 Euro für eine Wasseraufbereitungsanlage durch das BMZ zugesagt. Die Ausschreibung ist über die giz in Maputo erfolgt.

Um die wachsende Studentenzahl bewältigen zu können, werden mehr und aktuellere Bücher, vor allem für die Bereiche Medizin, Krankenpflege und Klinische Psychologie, benötigt. Außerdem muss die Laborausrüstung des Studiengangs Pharmakologie verbessert sowie medizinische Geräte für das Gesundheitszentrum angeschafft werden.

Größtes Problem ist allerdings der Lehrkräftemangel. Seit vielen Jahren besucht auf Initia­tive der DMG ein deutsches Expertenteam unter Leitung von Prof. Dr. Florian Heinen die Fakultät (siehe Kasten). Die DMG übernimmt Teile der Reisekosten. Weitere Einsätze ausländischer Ärzte an der UCM sind dringend notwendig. Die DMG spricht weitere (pensionierte) Ärzte in Deutschland an. Fest geplant ist bereits, dass Prof. Dr. Arno Drinkmann von der Katholischen Universität von Eichstätt im Sommer 2018 in einer Art „Summer School“ an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der UCM in Beira unterrichtet. Zudem wird die Ärztin Dr. Angela Schmid 2018 für 6 oder 12 Monate in Mosambik im Einsatz sein.

Die DMG hat zehn der gespendeten Rollstühle (siehe Spenden) der UCM zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus hat die DMG zugesagt, die DMG-Stiftungsprofessur von der unter anderem an der TU München ausgebildeten mosambikanischen Ärztin Dr. Kajal Chhaganlal im Jahr 2017 mit 5.000 Euro zu unterstützen.

Die Katholische Universität wird seit vielen Jahren von den Diözesen Augsburg, Eichstätt, und München-Freising finanziell unterstützt. Darüber hinaus plant die Katholische Universität Eichstätt, ab Frühjahr 2018 zwei Lehrkräfte der Katholischen Universität von Mosambik in Eichstätt im Bereich Krankenpflege weiterzubilden. Da der Fortbildung ein intensiver Sprachkurs in Deutschland vorgeschaltet sein muss, liegen die Kosten bei rund 15.000 Euro pro Studierendem. Die Diözese von Eichstätt übernimmt Teile dieser Kosten ebenso wie die Katholische Universität Eichstätt. Die DMG übernimmt Flug- und Versicherungskosten.


Visualisierung der Medizin durch Sonographie, Vernetzung, Versorgung.

Im Jahr 2017 war erneut das bewährte Team deutscher Ärzte an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Katholischen
Universität von Mosambik (UCM) im Einsatz. Mit dabei waren Prof. Dr. Ulrich Solzbach (Kardiologe), Dr. Werner Zürn (Innere Medizin), Dr. Christiane Meigen (Gynäkologie und Geburtshilfe) und Prof. Dr. Florian Heinen (Kinder- und Jugendmedizin, Kinderneurologie und Neurologie).

Sowohl Studenten, als auch junge Ärzte wurden in der Sonographie ausgebildet, und Patienten kamen von weit her, um von den Spe­zialisten richtig diagnostiziert und dann behandelt zu werden.
Prof. Dr. Florian Heinen berichtet: „In den Seminaren wurde intensiv gelernt, und eine erfolgreiche Abschlussprüfung ließ alle über das Erreichte stolz sein – die Studenten und Ärzte aus Beira, die Ärzte aus Deutschland und nicht zuletzt die gemeinsam betreuten Patienten.“