Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften

Zyklon „Idai“ zerstört große Teile der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und des Gesundheitszentrums
der Katholischen Universität


Während die Fakultät für Gesundheitswissenschaften noch mit dem Wiederaufbau und der Instandsetzung beschäftigt ist, konnte das angegliederte Gesundheitszentrum in Rekordzeit wiedereröffnet werden.

Seit 17 Jahren unterstützt die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Katho­lischen Universität von Mosambik in Beira (kurz: UCM). Viel Geld, Arbeit und Herzblut sind in das Projekt geflossen. Umso erschreckender war der Anblick, nachdem Zyklon „Idai“ gewütet hatte.

Das an die Universität angegliederte Gesundheitszentrum São Lucas war vollständig verwüstet. Alle Medikamente waren nass und unbrauchbar. Die Räume, in denen sonst pro Jahr circa 100.000 Untersuchungen durchgeführt werden, waren unbenutzbar. Die Dächer waren abgedeckt, in die Räume hatte es hineingeregnet, sodass die gesamte Inneneinrichtung in den oberen Geschossen verrottet war. Die von den deutschen Diözesen Augsburg, München-Freising und Eichstätt finanzierten medizinischen Geräte waren fast alle unbrauchbar.

Die Reste der umliegenden Häuser wurden in den Wochen nach dem Unglück komplett entsorgt. Die Bevölkerung lebte in Zelten und auch die Gesundheitsversorgung (u. a. mit den von der DMG in einer Notfallmaßnahme sofort zur Verfügung gestellten Medikamenten) fand zunächst in Zelten statt.

Aufgrund der enorm schnellen und großzügigen Unterstützung aus Deutschland konnte das Gesundheitszentrum in Rekordzeit wiederaufgebaut werden. Es war die erste Einrichtung, die im zerstörten Beira wieder stand. Das Zentrum war bereits im Juni wieder für die Behandlung von täglich 150 bis 200 Patienten geöffnet. Möglich geworden war das durch die circa 320.000 Euro, die bei der DMG in nur zwei Monaten als Spende für die Beira-Soforthilfe eingegangenen waren. Damit wurde der Wiederaufbau, die neue Möblierung, der Kauf von Computern sowie die Neuanschaffung von Geräten und Medikamenten finanziert. An der Wiederbeschaffung der medizinischen Geräte und Medikamente in Höhe von insgesamt 120.000 Euro beteiligt sich das Deutsche Medikamenten-Hilfswerk Action Medeor e. V. mit 60.000 Euro.

Auch die Gebäude der gesundheitswissenschaftlichen Fakultät waren vom Zyklon zerstört worden. Alle Dächer waren abgedeckt worden. An eine Wiederaufnahme des Universitätsbetriebs war für Monate nicht zu denken.

An der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der UCM sind 2.476 Studenten eingeschrieben. Dort wird in Allgemeinmedizin, Krankenpflege, klinischer und Laboranalyse, Pharmazie, Krankenhaus-Management, Psychologie und soziale Arbeit ausgebildet. Normalerweise graduieren jährlich rund 70 Ärzte an der UCM. Damit leistet die Einrichtung einen wichtigen Beitrag, um die immer noch immense Unterversorgung der Bevölkerung in der Gesundheit zu bekämpfen.
 
Seit vielen Jahren unterstützen die Diözesen Eichstätt, München-Freising und Augsburg die Fakultät mit erheblichen Mitteln. Die DMG beteiligt sich aktuell an den Kosten zur Instandsetzung des Forschungszentrums der Fakultät.
 
Um an der Fakultät auch die Ausbildung von Apothekern zu ermöglichen, müsste ein Labor mit der entsprechenden Ausstattung eingerichtet werden. Auch für die Unterrichtung der Durchführung von klinischen Analysen wäre ein Labor notwendig.

Die Versorgung der Fakultät für Gesundheitswissenschaften mit sauberem Wasser, kommt endlich in die Gänge. Die giz hat die Arbeiten in Auftrag gegeben. Die Wasserversorgung soll Ende 2019 fertiggestellt sein.

Die von der DMG finanzierte Stiftungs­professur der mosambikanischen Ärztin Prof. Dr. Chhaganlal, die in Beira in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilian-Universität, forscht, wird fortgesetzt. Prof. Dr. Kajal Chhaganlal hat im letzten Jahr unschätzbare Katastrophenhilfe geleistet, indem sie z. B. die helfenden NGOs koordiniert hat. Gleichzeitig hat sie unter widrigsten Bedingungen gelehrt und parallel ihre eigene Forschung in den Bereichen Infektiologie, Ultraschall und Kinderneurologie fortgeführt. Sie ist aktuell dabei, ihre Erkenntnisse in einem Buch „Ultraschallbefunde der Subsahara“ zusammenzufügen. Wer Frau Prof. Dr. Kajal Chhaganlal erlebt, ihren Optimismus, ihre Kompetenz, ihre Übersicht und ihre jeden Tag tatkräftige Hilfe für Andere, der weiß, wie gut und genau die Unterstützung dieser Professur durch die DMG dort ankommt, wo sie besonders viel bewegen kann.

Für die kommenden Jahren wird eine Kooperation der technischen Fakultät der UCM mit der Aalener Hochschule angestrebt. Erste Gespräche laufen.

Am Wiederaufbau in Beira hat sich auch die Ravensburger Fensterfirma von Klaus Wachter beteiligt. Dieser hat über eine Sammelaktion 115 neue Fenster zusammengetragen, die von der Aalener Spedition Brucker GmbH kostenfrei nach Hamburg transportiert wurden. In Hamburg wiederum hat sich Honorarkonsul Dietrich Scheder-Bieschin um den kostenfreien Transport nach Mosambik gekümmert. Die Katholische Universität übernimmt vor Ort die Verteilung der Fenster an die Bevölkerung.


Ärzteteam aus Deutschland besucht Mosambik

Auch im Jahr 2019 hat das 4-köpfige Ärzte­team bestehend aus Prof. Dr. Florian Heinen (Leitung), Prof. Dr. Ulrich Solzbach, Dr. Werner Zürn und Dr. Christiane Meigen die Katholische Universität in Beira mit ihrer Medizinischen Fakultät und Klinik besucht. Trotz der nach dem Wirbelsturm immer noch zerstörten Gebäude wurde intensiv gearbeitet.

Das von der DMG gesponserte Team konnte sowohl unmittelbar am einzelnen Patienten, als auch im Unterricht für Studenten und Assistenten einmal mehr dazu beitragen, die afrikanischen Ärzte und angehenden Ärzte weiter zu schulen. Gemeinsam wurden z. B. per Ultraschall Diagnosen gestellt und die anschließende Behandlung geplant. Die Expertise der deutschen Ärzte auf den Gebieten Gastroenterologie, Kardiologie, Gynäkologie und Geburtshilfe und Kinderneurologie war hochwillkommen.