Telemedizinischer Austausch zu Tuberkulose in Mosambik

Von Prof. Dr. med. Prof. h.c. Florian Heinen und Privatdozent Dr. med. Ulrich von Both

In der katholischen Universität in Beira in Mosambik ist eine Erkrankung häufig, die bei uns selten ist – die Tuberkulose. In vielen Fächern der Inneren Medizin, der Pädiatrie, der Radiologie und der Chirurgie ist sie ein grundlegender Unterrichtsstoff für die Medizin-Studierenden und jungen Ärzte und wird klinisch täglich diagnostiziert. In Deutschland dagegen ist die Tuberkulose bei Kindern und Jugendlichen deutlich seltener und wird erfolgreich behandelt. 

Auch in der Ambulanz und Poliklinik der Universität in Beira sowie im benachbarten Zentralkrankenhaus wird die Diagnose Tuberkulose häufig gestellt, neben den anderen – unverändert häufig auftretenden – Diagnosen von HIV und Malaria. Insbesondere die Kombination aus HIV und Tuberkulose findet sich häufig, da das Virus durch die induzierte Immunsuppression der mykobakteriellen Infektion und Erkrankung Vorschub leistet. 

In gemeinsamer Aktivität von dem Tropenmedizinischen Institut der Ludwig-Maxi­milians-Universität (LMU) in München, dem Center for International Health der LMU (CIH) und dem Dr. von Hauner‘schen Kinderspital ist es gelungen, den international und national bekannten Experten für Tuberkulose – Privatdozent Dr. med. Ulrich von Both – für die Zusammenarbeit der Universitäten München-Beira und den Ausbau telemedizinischer Versorgung zu gewinnen. 

Ulrich von Both, der viele Jahre intensiv zu Tuberkulose sowohl in München als auch zuvor an einem der renommiertesten me­dizinischen Institute, dem Imperial College in London, gearbeitet hat, hat in Deutschland auch gerade erfolgreich ein großes tele­medizi­nisches Konsortialprojekt zur Verbesserung der infektiologischen Versorgung von Kindern – durch gezielte Anwendung des „Weniger ist mehr“-Prinzips bei Antibiotika – als ärztlicher Projektleiter koordiniert. Das Thema rationaler Einsatz von Antibiotika und die Problematik der Antibiotika-Resistenzen muss in Afrika noch einmal sehr viel dringlicher angegangen werden. 

Wir sind also ganz besonders froh, dass wir Uli von Both – so dürfen wir ihn nennen – gewinnen konnten. Er steht für eine bessere Zukunft in Mosambik als Berater und Akteur zur Verfügung und wird mit dem Center for International Health und der DMG weitere Aktivitäten zum Ausbau der telemedizinischen Beratung zum Thema Tuberkulose sowie zu allgemein infektiologischen Fragestellungen, v.a. auch den gezielten Einsatz von Antibiotika, unternehmen. 

Unterstützen bitte auch Sie diese Initiative – sie kommt den kleinen Patienten in Beira direkt zugute.

Prof. Dr. Florian Heinen mit Medizinstudenten an der Katholischen Universität in Beira.